Masterkeyboard

 

In erster Linie ist der Zweck eines Masterkeyboards das Ansteuern der Klänge in Ihrem Equipment via MIDI - quasi als kreatives Zentrum zum Einspielen eigener Parts in den Sequencer bzw. als Steuereinheit für die Klänge Ihrer Soundmodule oder Soundkarte.

Ein Masterkeyboard bietet normalerweise keine eingebauten Klänge an oder ist auf ein paar wenige Sounds beschränkt. Statt dessen wird die Hauptpriorität auf eine gut spielbare Tastatur und Knöpfe bzw. Regler zur MIDI-Steuerung (Klangauswahl, Pitch Bend, Modulation, Lautstärke usw.) gelegt.

Musiklehrer raten ihren Schülern oft, frühstmöglich auf eine gute Tastatur umzusteigen bzw. gleich mit einer Klaviertastatur zu beginnen, da diese für das erlernen einer guten Spieltechnik äußerst wichtig ist. Kunden, die hauptsächlich MIDI-Recording betreiben entscheiden auch aus diesem Grund immer häufiger zugunsten von Soundmodulen statt Tastaturversionen, denn das Geld, das Sie i.d.R. im Vergleich zur Tastaturversion sparen macht häufig schon den halben Preis eines guten Masterkeyboards mit gewichteter Tastatur aus.

Die selbe Entscheidung wird oft auch von Kunden getroffen, die schon einmal miterlebt haben, wie anfällig die Tastaturen in manchen Synthesizern im Vergleich zur restlichen Technik sind, oder kurz gesagt: wenn irgend etwas kaputt geht, dann ist es i.d.R. die Tastatur. Leider muß in diesen Fällen fast immer das komplette Gerät eingesandt werden. In dieser Zeit können Sie nicht einmal ihre bereits aufgenommenen Songs abspielen, denn es fehlt ja auch der dazugehörige Klangerzeuger.

Egal nach welcher Ausstatung Sie bei einem Masterkeyboard schielen, Sie sollten auf jeden Fall die Finger von Tastaturen mit Mini-Tasten lassen, denn mit diesen Tastaturen ist das erlernen einer guten Spieltechnik praktisch unmöglich. Diese Modelle eignen sich für den Urlaub, für die Straße und als Erweiterungstastatur bei chronischem Platzmangel, nicht aber als Haupt-Einspieltastatur.

 

Welches Masterkeyboard brauche ich?

Musiker benutzen Masterkeyboards aus verschiedenen Gründen. Deshalb bietet der Markt eine derartige Vielzahl unterschiedlicher Modelle.

Wenn Sie nach einer reinen MIDI-Tastatur zum Ansteuern einer Soundkarte, virtuellen Synthesizer-Programmen oder eines Soundmoduls suchen, dann kommt für Sie wahrscheinlich ein einfaches MIDI-Keyboard mit 61 Tasten in Frage, das bereits unter 180 Euro erhältlich ist. Diese Modelle sind kompakt, leicht zu bedienen und bieten das Notwendigste, um kreativ mit dem Computer arbeiten zu können.

Sollten Sie bereits schon ein paar tausend Mark in Ihr Equipment gesteckt haben und nun nach der perfekten MIDI-Zentrale suchen, dann lohnt sich der Blick auf höherwertige Modell mit 88 Tasten und klavierähnlichem Spielgefühl, denn ein gutes Masterkeyboard ist etwas fürs Leben und eine hochwertige Tastatur ist essentiell für die Entwicklung einer guten Spieltechnik.

Wenn Sie gerade dabei sind zu überlegen, ob Sie sich einen Synthesizer oder ein Soundmodul mit Mastertastatur kaufen sollen, dann hilft Ihnen vielleicht die Überlegung, dass eine Synthesizer-ähnliche Tastatur in einem Masterkeyboard bereits ab ca. 180 Euro erhältlich ist. Ein Soundmodul ist i.d.R. im Vergleich zur Tastaturversion des selben Modells zwischen 200 und 500 Euro preiswerter, d.h. Sie könnten hier schon Geld für eine gute Tastatur sparen.
Masterkeyboards mit 88 gewichteten Tasten (Klaviertastatur) sind bereits ab ca. 555 Euro erhältlich, sodass der Umstieg auf ein Modell dieser Klasse für Sie in absehbarer Zeit einfach und erschwinglich ist.

Egal für welches Masterkeyboard Sie sich entscheiden, der Umstieg auf eine andere bzw. höherwertige Tastatur ist in fast allen Fällen einfach und schnell erledigt. Der Wertverlust bei MIDI-Keyboards ist deutlich niedriger als der bei Synthesizern und professionelle Modelle sind auch für Normalsterbliche bezahlbar.

Unterschiede

Das mit Abstand wichtigste Feature eines Masterkeyboards ist natürlich die Bespielbarkeit der Tastatur. Wenn Sie schon ein bißchen Spielerfahrung besitzen, dann ist eine billige Klappertastatur sicherlich ein böses Hindernis beim Einspielen komplexer Parts.

Das Stichwort ist hier die Gewichtung. Neben den normalen Tastaturen, wie man sie in jedem herkömmlichen Keyboard oder Synthesizer findet, gibt es diejenigen mit leicht gewichteten oder gewichteten Tasten. Das Spielgefühl kommt dem auf einem Klavier deutlich näher und die Spieltechnik wird verbessert. Hammermechanik-Tastaturen sind denen in echten Klavieren nachempfunden, allerdings leider auch die teuersten.

Neben der Bespielbarkeit ist natürlich auch die Anzahl der Tasten entscheidend. Weniger Tasten ermöglichen kompakteres Design, passen auf jeden Schreibtisch, erfordern aber das häufige Wechseln der Oktavlage via Keyboard oder Sequenzerprogramm. Bewährt hat sich es hier, ein Sparschwein auf den Schreibtisch zu stellen und eine Mark für jeden Oktavwechsel einzuwerfen. So kommen Sie schneller zu einer großen Tastatur, als Sie denken :-).

Ebenfalls sehr wichtig sind die integrierten MIDI-Kontrollmöglichkeiten, die es Ihnen ermöglichen, Ihr Equipment vom Masterkeyboard aus zu steuern. Bessere Ausstattung erspart den häufigen Griff zur Maus bzw. zum Soundmodul. Anschlagdynamik bieten alle Modelle in dieser Klasse, allerdings nicht unbedingt Aftertouch und Räder für Pitch Bend und Modulation, wie man sie heutzutage an jedem Synthesizer findet.

Last but not least ist auch das mitgelieferte Zubehör nicht unrelevant. Ist ein Sustain-Pedal im Lieferumfang enthalten, oder gar ein Keyboardständer? Brauche ich noch ein separates MIDI-Interface oder nur ein Adapterkabel? Welche Software wird mitgeliefert? Kann ich damit schon arbeiten oder muß ich mir noch ein Sequenzerprogramm kaufen?

Wenn Sie vorhaben, das Gerät auch auf der Bühne oder im Übungsraum einzusetzen, dann sollten Sie sich auch Features wie Transpose, Split- (unterschiedliche Klänge für linke und rechte Hand) und Layerfunktionen (mehrere Klänge übereinander) ansehen. Diese Funktionen sind zwar in jedem modernen Sequenzerprogramm realisiert, aber im Liveeinsatz ohne Computer freut man sich, wenn das Masterkeyboard diese Funktionen integriert hat.

Fragen und Antworten

Hier finden Sie Antworten auf häufig im Zusammenhang mit Masterkeyboards gestellten Fragen. Wenn Ihnen selbst etwas unter den Nägeln brennt können Sie am Ende der Seite den Thomann-Experten Ihre Frage stellen.



Wie schließe ich mein Masterkeyboard an mein MIDI-Equipment an?



Ich habe mein MIDI-Keyboard an den Computer angeschlossen, höre aber keine Sounds. Was mache ich falsch?



Mein Masterkeyboard funktioniert nur, wenn mein Computer eingeschaltet und das Sequenzerprogramm geladen ist. Was mache ich falsch?



Ich benutze einen Synthesizer als MIDI-Keyboard. Wenn ich spiele, klingen immer die Sounds des Synthesizers mit.

 
Wie schließe ich mein Masterkeyboard an mein MIDI-Equipment an?

Normalerweise wird der MIDI Out des Masterkeyboard direkt mit dem MIDI In am MIDI-Interface angeschlossen und die MIDI In Anschlüsse der einzelnen Klangerzeuger mit den MIDI Outs des Interface verbunden. In diesem Fall kümmert sich das Sequenzerprogramm um die Weiterleitung der Daten an die Klangerzeuger. Dies hat den Vorteil, dass Sie MIDI-Kanal, Oktavlage und Dynamik direkt am Sequenzerprogramm einstellen können.

Ich habe mein MIDI-Keyboard an den Computer angeschlossen, höre aber keine Sounds. Was mache ich falsch?

Überprüfen Sie zuerst, ob überhaupt MIDI-Daten am MIDI-In-Anschluß des MIDI-Interface anliegen (die meisten Sequencerprogramme bieten hierfür eine Anzeige, zur Not können Sie auch die Aufnahme starten und im Event-Editor Ihres Programms nachsehen, ob Noten aufgenommen wurden). Wenn dies nicht der Fall ist, dann überprüfen Sie bitte, ob der MIDI Out Anschluß am Masterkeyboard korrekt mit dem MIDI In am Interface verbunden sind und das MIDI-Interface ordentlich installiert ist.
Wenn Daten im Sequenzerprogramm ankommen, dann benötigen Sie die sogenannte „MIDI Thru Funktion“ in Ihrem Sequencer, um die Noten in Echtzeit über den MIDI Out Port an die angeschlossenen Klangerzeuger bzw. intern an die Soundkarte weiterzuleiten. Diese Funktion muß unbedingt an sein! Welchen MIDI-Kanal Sie ansteuern möchten, können Sie normalerweise einstellen, indem Sie den MIDI-Kanal der momentan selektierten Spur ändern. Analog dazu können Sie auch über das Sequenzerprogramm transponieren oder die Anschlagdynamik beeinflussen.

Mein Masterkeyboard funktioniert nur, wenn mein Computer eingeschaltet und das Sequenzerprogramm geladen ist. Was mache ich falsch?

Da Ihr Masterkeyboard nicht direkt mit den Klangerzeugern verbunden ist, sondern über das MIDI-Interface an Ihrem Computer, muß Ihr Sequenzerprogramm die gespielten Noten an die angeschlossenen Klangerzeuger bzw. an die eingebaute Soundkarte weiterleiten. Viele MIDI-Interfaces bieten die Möglichkeit, bei ausgeschaltetem Computer die MIDI-Daten direkt weiterzuleiten oder tun dies automatisch, sobald der Computer ausgeschaltet ist. Bei einigen Interfaces funktioniert das leider nicht, sodass Sie sich eigentlich nur mit einem MIDI-Adapter helfen können (einfach MIDI In am Interface über den Adapter mit MIDI Out verbinden).

Ich benutze einen Synthesizer als MIDI-Keyboard. Wenn ich spiele, klingen immer die Sounds des Synthesizers mit.

Wenn Sie mit Ihrem Synthesizer wahlweise die eingebauten Klänge oder die Sounds von anderen Klangerzeugern (Soundmodulen, Soundkarte) in Ihr Sequenzerprogramm einspielen möchten, dann sollten Sie den Synthesizer auf „Local: off“ schalten. Diese Funktion finden Sie i.d.R. in den Grundeinstellungen Ihres Synthesizers (dort, wo auch der MIDI-Sendekanal eingestellt wird). Im Local-Off-Modus ertönt beim Anspielen einer Taste kein Klang, die Note wird aber normal über den MIDI Out Port an das angeschlossene Equipment (in Ihrem Fall wahrscheinlich das Interface) weitergeleitet; Signale am MIDI-Eingang des Synthesizers werden aber normal wiedergegeben.
Wenn in Ihrem Sequenzerprogramm die Funktion „MIDI Thru“ eingeschaltet ist, leitet das Programm die Daten automatisch an die angeschlossenen Klangerzeuger, an die eingebaute Soundkarte oder an Ihren Synthesizer weiter. Sie können nun in Ihrem Sequenzerprogramm Ausgang bzw. den MIDI-Kanal einstellen, an den die Noten weitergeleitet werden und ihr Synthesizer spielt nur noch dann, wenn die Daten an ihn zurück gesendet werden.

 

Glossar der Fachbegriffe

Layer Layer heißt soviel wie übereinander legen. Mit Layer bezeichnet man zwei Klange, die von der gleichen Tastatur gleichzeitig gesteuert werden. Werden mehr als zwei Klänge ´gelayert´, so erhält man einen Stack-Sound (stack, deutsch: Stapel).

Gewichtung Als G. wird im Zusammenhang mit Tasteninstrumenten das Gewicht der Tasten bezeichnet. Im Idealfall bietet eine gewichtete Keyboardklaviatur die gleichen Spieleigenschaften wie ein Flügel.

Hammermechanik Einfach eine hammermäßig gute Mechanik. Im Ernst: Da ein Piano ein Saiteninstrument ist, werden die Seiten dort durch einen ´Hammer´ angeschlagen. Dies ermöglicht eine besonders nuancierte Spielweise, die in modernen Stage-Pianos oder Masterkeyboards nachempfunden wird.

Masterkeyboard Ein Keyboard ohne eigene Tonerzeugung. Diese wird i.d.R. durch externe, via MIDI verbundene Klangerzeuger vorgenommen.

MIDI Musical Instruments Digital Interface; Schnittstelle zur Steuerung von Musikinstrumenten. Im Gegensatz zu digitalen Audiodaten transportiert MIDI reine Steuerinformationen, um einen MIDI-fähigen Klangerzeuger (Synthesizer, Keyboard) quasi ferngesteuert zum Klingen zu bringen. MIDI überträgt dabei nicht die Klanginformation selbst, sondern nur den Befehl, beispielsweise die Note ´a´ im Klavier-Sound zu produzieren. MIDI-Befehle werden nicht nur zwischen modernen Musikinstrumenten ausgetauscht, sondern auch - mit einem MIDI-Sequenzer - vom Computer zwischengespeichert, bearbeitet und wieder ausgegeben. Damit läßt sich ein Musik-Arrangement in kleinen Portionen (Instrument für Instrument) einspielen, und das Ganze erklingt am Ende als vollständiges ´Orchester´.

MIDI In Ein Gerät, das Daten empfangen will, nimmt diese immer an der Midi-IN-Buchse entgegen (in, Englisch für herein).

MIDI Out Wenn ein Gerät Befehle senden will, so werden diese an der Midi-OUT-Buchse zur Verfügung gestellt (out, Englisch für hinaus). Midi-OUT des Sendegerätes wird stets mit dem Midi-IN des Empfangsgerätes verbunden.

Split (to split = trennen, aufteilen)Hierbei wird der Tastaturbereich in zwei (oder mehr) Teile unterteilt, es gibt einen Upper-Sound (oberer, höherer Klang) und einen Lower-Sound (tieferer Klang). Die Taste oder Midi-Notennummer, bei der die Teilung stattfindet nennt sich Splitpunkt, und ist i.d.R. frei wählbar. Sinn der Sache ist es, mit der linken Hand einen anderen Sound steuern zu können als mit der rechten.

Stage Piano Ein Stage Piano ist der transportable Bruder des Digitalpianos; es bietet zwar keine (fest eingebauten) Pedale und i.d.R. weniger Klänge als der Wohnzimmerbruder, lässt sich dafür aber auch gerne mal mit zum Gig nehmen.

Transpose Die Transponierungs-Schalter oder -Regler (englisch: transpose) verschieben die gesendete Tonhöheninformation bzw. Tastennummer um einen in Halbtonschritten einstellbaren Wert gegenüber dem auf der Tastatur gespielten Wert. So kann z.B. ein Musikstück, das in der Tonart E-Dur erklingen soll, auf der Tastatur in C-Dur eingespielt werden. Oktav-Schalter (englisch: octave shift) verschieben die Sendedaten gegenüber den eingespielten um eine oder mehrere Oktaven nach oben oder unten (octave up/down). Das ist für Tastaturen mit kleinem Umfang nötig, um auch die Tonhöhendaten zu erzeugen, die außerhalb des eigentlichen Tastaturumfanges liegen.

USB (Universal Serial Bus) ersetzt alle seriellen und parallelen Portanschlüsse durch eine standardisierte Plug und Port Kombination. Mit USB-kompatiblen Computern und Peripheriegeräten ist der Anschluß von Zusatzgeräten an Computer von jedermann zu bewerkstelligen. Einfach einstecken und einschalten - USB automatisiert so Gott hilft den gesamten Erkennungsprozess.