Was ist ein Kondensatormikrofon ?

Wenn wir den Signalverlauf bei einer Aufnahme betrachten, dann steht am Anfang der Übertragungskette im Normalfall das Mikrofon. Mikrofone formen Schallwellen zunächst in mechanische Schwingungen, dann in elektrische Schwingungen um. Zu diesem Zweck besitzt jedes Mikrofon eine Membran, die von den Luftbewegungen des jeweiligen akustischen Ereignis in mechanische Schwingungen versetzt wird. Schließlich werden mit einem Wandler die Membranschwingungen in elektrische Schwingungen umwandelt. Die Membran eines Kondensatormikrofons ist eine elektrisch leitende Folie die als Elektrode vor einer Gegenelektrode angebracht wird. Der Abstand der beiden Elektroden beträgt ca. 5-50 µm. Durch die Bewegung der Membran im Schallfeld erfährt der Kondensator eine ständige, dem akustischen Signal entsprechende Kapazitätsveränderung. Durch eine Hochfrequenz- bzw. Niederfrequenzschaltung wird hieraus eine elektrische Wechselspannung erzeugt, die der Struktur des ursprünglichen Signals genau entspricht. Die so gewonnenen Signale sind sehr schwach, so daß Kondensatormikrofone einen Verstärker benötigen, der aus technischen Gründen im Mikrofon untergebracht wird.

Kondensatorenmikrofone benötigen daher immer eine Spannungsversorgung, die entweder mit dem Audiosignal zusammen über das Anschlußkabel (s.a. Phantomspeisung) oder durch eingebaute Batterien erfolgen. Für ein Kondensatormikrofon darf man aufgrund des hohen Fertigungsaufwandes grundsätzlich mehr Geld ausgeben, als für ein dynamisches Mikrofon.

Anwendungsgebiete

Mit einem Kondensatormikrofon können hochwertige Ergebnisse erzielt werden. Deshalb wird man es vor allem im Studioeinsatz finden. Moderne Kondensatormikrofone zeichnen sich durch eine sehr natürliche und transparente Wiedergabe im gesamten Frequenzbereich aus. Die Größe der Membran eines Kondensatormikrofon kann sehr unterschiedlich sein. Kondensatormikrofone mit kleinerer Membran zeichnen sich vor allem durch ihr ausgewogenes lineares Freqenzspektrum aus. Man sollte sie einsetzen, um einen größeren Klangkörper (Bläser- und Streichergruppen usw.) aufzunehmen. Außerdem kann man sie als zusätzliches Raum-Mikrofon aufstellen. Kondensatormikrofone mit größerer Membran werden in der Regel gerne im Nahbereich von Instrumenten eingesetzt, und zwar dort wo sehr hohe Schalldruckpegel auftreten (z.B. Bassdrum, Bassverstärker). Außerdem werden sie auch sehr gerne zur Aufnahme von Stimmen verwendet.

Unterschiede

Die einzelnen Produkte werden nach folgenden Kenndaten je nach Anwendungsbereich unterschieden:

  1. Grenzschalldruck

Bei Mikrofonen gibt man nicht den Klirrfaktor an, sondern den Schalldruck, der zu einem bestimmten Klirrfaktor führt. Mit der Angabe des Grenzschalldruck kann man beschreiben, ab welchem Schalldruck bei einem Mikrofon mit einer bestimmten Verzerrung zu rechnen ist. Für die Praxis im Studio und auf der Bühne ist die Angabe des Grenzschalldruck eine durchaus wichtig Information. Wird ein Mikrofon z.B. direkt vor einer Box gestellt, können Werte von 130 dB schnell überschritten werden. In solchen Situationen verzerrt sogar die Mikrofonkapsel selbst. Dynamische Mikrofone sind in dieser Hinsicht robuster, weil sie eine schwerere Membran haben. Oft wird der Grenzschalldruck für diesen Typen gar nicht angegen.

  1. Frequenzgang

Mikrofone unterscheiden sich durch ihren charakteristischen Grundklang. Mit einem Diagramm kann der Hersteller genau beschreiben, mit welchem Pegel die jeweilige Frequenz übertragen wird. Der Frequenzgang eines Mikrofons muß aber, anders als bei einem Studiomonitor oder einer Endstufe nicht unbedingt linear verlaufen. Meistens wird im Studio eine lineare d.h. neutrale Übertragung aller Frequenzen gefordert. Die Arbeit auf der Bühne folgt jedoch anderen Gesetzmäßigkeiten. So könnte die menschliche Stimme z.B. noch besser klingen, wenn ein bestimmter Frequenzbereich stärker angehoben oder abgesenkt würde als ein anderer. Bezüglich des Übertragungsverhalten im oberen und unteren Frequenzbereich ist das Kondensatormikrofon dem dynamischen Mikrofon weit überlegen. Der Frequenzgang eines Mikrofons ist außerdem von mindesten 2 externen Faktoren abhängig. Er hängt bei den meisten Mikrofonen von der Richtung (s.u.) und von der Entfernung ab. Richtmikrofone besitzen z.B. einen sog. Nahbesprechungseffekt, der sich in einer Bassanhebung bei geringen Entfernungen zwischen Mikrofon und Schallsignal äüßert. Das universale Mikrofon existiert noch nicht. Der Anwender sollte genau wissen, für welchen Zweck das Mikrofons häufiger eingesetzt werden soll. Vor dem Kauf, sollte man das Objekt deshalb unbedingt auf ´Herz und Nieren´ testen.

  1. Richtcharakteristik

Die Richtung aus der der Schall eintrifft, ist eine weitere wichtige Komponente. Mikrofone mit Kugelcharakteristik nehmen den Schall aus allen Richtungen gleichmäßig auf. Andere Mikrofone zeigen eine ausgeprägte Richtwirkung. Die empfindlichste Einfallsrichtung ist in der Regel senkrecht von vorn. Für andere Winkel ergibt sich eine geringere Empfindlichkeit, d.h. der Schall wird weniger laut aufgenommen. Durch besondere konstruktive Maßnahmen lassen sich ganz unterschiedliche Richtcharakteristiken (z.B. Niere, Superniere, Hyperniere) realisieren. Die Richtwirkung eines Mikrofons läßt sich gut mit einem sog. Polardiagramm darstellen. Dieses hat eine kreisförmige Gestalt und zeigt die Eingangsempfindlichkeit bei verschiedenen Winkeln. Die 0 Grad Achse wird meistens als 0 dB definiert. Da die Richtcharakteristik zusätzlich von der Frequenz abhängig ist, werden oft mehrere Kurven für verschiedene Frequenzen im gleichen Polardiagramm überlagert. Richtmikrofone nehmen außerdem weniger Raumschall und mehr Direktschall auf. Die Richtwirkung von Mikrofonen läßt sich insbesonders auf der Bühne sinnvoll nutzen. Um Rückkopplungen zu vermeiden, sollte man die Richtmikrofone so plazieren, daß P.A. und Monitorlautsprecher an den Punkten der geringsten Empfindlichkeit stehen. Mikrofone mit umschaltbarer Richtcharakteristik sind mit zwei Mikrofonkapseln ausgestattet. Sie werden auch als Doppelmembranmikrofone bezeichnet.

  1. Impulsverhalten

Das Impulsverhalten kennzeichnet seine Fähigkeit auch sehr steile Flanken (z.B. Snare, Toms, auch Stimme) einer Schwingung exakt übertragen zu können. Das Impulsverhalten eines Mikrofons kann jedoch nicht objektiv bestimmt werden. Deshalb fehlen häufig auch in den Datenblättern entsprechende Angaben. Dennoch ist das Impulsverhalten ein entscheidender Faktor für die gute Aufnahmequalität. Das Impulsverhalten wird vor allem von der Masse der Mikrofonmembran bestimmt. Weil die Membranmasse eines Kondensatormikrofons erheblich geringer ist als die eines dynamischen Mikrofons, können Impulse mit einem Kondensatormikrofon besser übertragen werden

  1. Nennimpedanz

Man unterscheidet zwischen nieder- und hochohmigen Mikrofonen. Letzere haben im prof. Bereich praktisch keine Bedeutung, weil sie nur mit sehr kurzen Anschlußkabeln betrieben werden können. Die meisten niederohmigen Mikrofone haben eine Impedanz vom ca. 200 Ohm. Diese Impedanz ist in der Regel frequenzabhängig. Wichtig ist, daß die Eingangsimpedanz des nachfolgenden Mikrofoneingangs mindestens 3 bis 5 mal höher als die Impedanz des Mikrofons liegt.

Die bekanntesten Hersteller

Unsere Kunden haben als bekanntesten Hersteller von Kondensator-Mikrofonen AKG mit dem C 1000S MKII gekürt. Doch auch Shure, Sennheiser, Beyerdynamik, Audiotechnika, Behringer u.v.a. sind zu ernsthaften Konkurrenten herangewachsen. Produkte der Hersteller wie Rode und Neumann sind vor allem im Studiobereich Referenzmodelle. Nicht unerwähnt sollen an dieser Stelle auch unsere eigenen Mikrofone unter dem Label t.bone bleiben, die besonders durch ihr hervorragendes Preis-/Leistungs-Verhältnis bestechen und auch von unabhängigen Testern als sehr gut befunden wurden.

Übrigens: Wir haben alle relevanten Produkte in zwei übersichtlichen Vergleichstabellen mit allgemeinen Kondensatormikrofonen und mit Studiomikrofonen zusammengestellt, so dass Sie sich einen schnellen und dennoch detaillierten Überblick über die Features der einzelnen Geräte verschaffen können.

Die derzeit angesagtesten Geräte haben wir für Sie auf einer speziellen Seite gesammelt, wobei Sie sich ruhig ein bißchen Zeit nehmen sollten, das optimale Produkt für sich zu finden. Sollten Sie sich nicht sicher sein, welches Gerät für Ihre Anforderungen optimal ist, helfen Ihnen die Spezialisten bei Thomann gerne weiter.

Auf alle Geräte in dieser Kategorie gewähren wir mindestens 14 Tage Money Back Garantie - auf Produkte aus unseren Hot Deals gewähren wir sogar 30 Tage Money Back Garantie. Sie können also auch gerne einen Artikel Ihrer Wahl bestellen und unverbindlich ausprobieren. Wenn Ihnen das Gerät nicht zusagt, können Sie es innerhalb der o.g. Zeit an uns zurücksenden und in ein anderes Produkt umtauschen bzw. den Kaufpreis zurück überweisen lassen.

Glossar der Fachbegriffe

Druckempfänger
Bei einem Druckempfänger ist nur eine Seite der Mikrofonmembran dem Schallfeld ausgesetzt. Die Rückseite der Kapsel ist luftdicht abgeschlossen.

Druckgradientenempfänger
Die Membran eines Druckgradienetenempfängers ist mit beiden Seiten dem Schallfeld ausgesetzt.

Geräuschspannungsabstand
Mikrofone rauschen. Der Geräuschspannungsabstand eines Mikrofons ist das Verhältnis zwischen der Spannung, die das Mikrofon ohne Einwirkung von Schall erzeugt, und der Spannung, die das Mikrofon bei einem Schalldruck von 1 Pascal und einer Frequenz von 1kHz abgibt. Der Geräuschspannungsabstand gibt an, um wieviele dBs das Eigenrauschen niedriger liegt als die Spannung, die es bei einem Schalldruck von 1 Pascal abgibt.

Nahbesprechungseffekt
Wenn der Abstand des Mikrofons zur Schallquelle nur rund 1m oder weniger beträgt, werden Tiefenanteile am Mikrofonausgang angehoben. Durch die Annäherung an eine Schallquelle nimmt der Schalldruck proportional mit dem Abstand zu. Der Nahbesprechungseffekt tritt bei allen Druckgradientenmikrofonen auf. Zur Kompensation des Nahbesprechungseffekts sind Druckgradientenempfänger oft mit einem zuschaltbaren Filter ausgestattet. Andererseits kann der Nahbesprechungseffekt natürlich genutzt werden, um z.B. der Stimme mehr Volumen zu verleihen.

Phantomspeisung
Bei der Phantomspeisung wird die Gleichspannung zur Versorgung der Mikrofone über 2 Widerstände von 6,8 kOhm auf die beiden Adern der Mikrofonleitung geschaltet. Durch die Abschirmung wird der Stromkreis geschlossen. Das Audiosignal wird durch die Phantomspannung im übrigen nicht beeinflußt, weil die Gleichspannung im Mikrofon und auch in der Eingangstufe des Mischpults durch Kondensatoren abgetrennt wird. Die meisten Studiomischpulte liefern eine solche Spannung direkt an ihren XLR-Eingängen. In der Regel dient das Netzteil des Mischpults als Gleichspannungsquelle. Andernfalls können externe Geräte, die es auf dem Markt in verschiedenen Ausführungen gibt einfach zwischengeschaltet werden. Für die Phantomspeisung hat sich allgemein eine Gleichspannung von 48V eingebürgert. Grundsätzlich werden aber zur Phantomspeisung Werte zwischen 12V und 52V zugelassen. Die meisten Kondensatorenmikrofone arbeiten innerhalb des Bereich zuverlässig. Viele Mikrofone lassen sich auch mit einer eingebauten Batterie versorgen. Batterien haben aber leider keine unbegrenzte Kapazität und pflegen ihren ´Geist´ immer gerade dann aufzugeben, wenn die Aufnahme gerade läuft. Generell erreichen die meisten Mikrofone ihre angegebenen Daten mit der hohen Spannung von 48V.

Trafosymmetriert
bedeutet, das die Signalsymmetrierung über einen Audio-Übertrager (Trafo) erreicht wird und nicht über einen Symmetrierverstärker (Transistortechnik). Um ein Mikrofonsignal verlustfrei zu übertragen, muss es symmetrisch aus dem Mikrofon ausgeführt werden. Und das geschieht eben entweder über einen Übertrager oder einen Symmetrierverstärker.

Nachteil eines Übertragers: billige Übertrager haben meist eine schlechtere Basswiedergabe und rauschen mehr. Die meisten Kondesatormikrofone werden daher heutzutage mit einer trafolosen Ausgangsschaltung bestückt, da diese einfacher und kostengünstiger realisiert werden können.

Übertragungsfaktor/Übertragungsmaß
Diese beiden Begriffe sollen die Empfindlichkeit (sensitivity) eines Mikrofons beschreiben, d.h. den Zusammenhang zwischen Schalldruck an der Mikrofon-Membran und der daraus resultierenden Ausgangsspannung des Mikrofons. Je größer der Übertragungsfaktor ist, desto geringer muß die Verstärkung des Mikrofon-Verstärker am Mischpult eingestellt werden. Die Ausgangsspannung von dynamischen Mikrofonen ist in der Regel niedriger als die von Kondensatormikrofonen. Natürlich ist die Empfindlichkeit eines Mikrofons frequenzabhängig. Meistens wird ein Nennwert bei 1000 Hz in mV/Pascal angegeben.

Fazit

Kondensatormikrofone sind immer dann gefragt, wenn hochwertige Ergebnisse erzielt werden müssen. Sie sind daher bestens für Studioanwendungen geeignet.

Aber auch on stage für Sprache sowie für die Schallabnahme von besonders lauten Instrumenten wie z.B. Drums und Bläsern werden Kondensatormikrofone optimal eingesetzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was ist ein dynamisches Mikrofon ?

Ein dynamisches Mikrofon ist ein elektroakustischer Wandler der akustische Schallwellen möglichst naturgetreu zunächst in mechanische Schwingungen, dann in elektrische Wellen umsetzen soll. Die Funktionsweise eines dynamischen Mikrofons beruht auf dem Induktionsprinzip: Demnach wird in einem elektrischen Leiter, der sich in einem Magnetfeld bewegt, eine Spannung induziert. Dieser Leiter kann gleichzeitig die Mikrofonmembran sein (Bändchenmikrofon) oder aber als Schwingspule an der eigentlichen Membran befestigt sein (Tauchspulenmikrofon).

 

Die Membran eines Bändchenmikrofons ist ein Aluminiumstreifen von 2-4 mm Breite und einigen Zentimetern Länge. Dieses Bändchen wird zwischen den beiden Polen eines Magneten eingespannt. Es kann nur um wenige µm schwingen. Da der Widerstand des Bändchens weniger als 1 Ohm beträgt, wird dem Bändchen ein Überträger nachgeschaltet, der den Ausgangswiederstand auf ca. 200 Ohm transformiert. Bändchenmikrofone besitzen im allgemeinen einen linearen Frequenzgang. Darüber hinaus hat die sehr leichte Membran ein gutes Impulsverhalten. Das Bändchenmikrofon kann mit dem Kondensatormikrofon durchaus konkurrieren und ist im Preis/Leistungsverhältnis diesem sogar noch überlegen. Empfindlich reagiert es auf Wind, Erschütterungen und schnelle Bewegungen.

Beim Tauchspulenmikrofon wird die an der Mikrofonmembran befestigte Schwingspule in einem ringförmigen Spalt des Magneten eingelagert. Schwingt die Membran, so wird in der Spule eine Spannung induziert, die ohne einen Überträger direkt abgegriffen werden kann, da der Widerstand der Schwingspule im allgemeinen schon 200 Ohm beträgt. Kompliziert sind alle Maßnahmen, den Frequenzgang im gesamten Übertragungsbereich linear zu halten. Im Vergleich mit einem Kondensator- oder Bändchenmikrofon verfügt das Tauchspulenmikrofon über keinen linearen Frequenzgang. Auch das Impulsverhalten ist aufgrund der relativ hohen Membranmasse nicht optimal. Trotz dieser Einschränkungen bieten hochwertige Tauchspulenmikrofone eine gute Klangqualität und werden auch im Studio häufig verwendet. Auf der Bühne wird man sie jedoch noch häufiger vorfinden. Sie sind robuster als Kondensatormikrofone und arbeiten auch bei hohen Schalldruckpegeln ohne Verzerrungen. Da bei einem Tauchspulenmikrofon ein linearer Frequenzgang ohnehin nicht zu erreichen ist, versuchen viele Hersteller wenigstens, den Frequenzgang so zu beeinflussen, daß ein Mikrofon sich für einen speziellen Anwedungsfall besonders eignet. Ein ausgesprochenes Vocal-Mikrofon ist z.B. das SM 58 (Shure).

Anwendungsgebiete

Dynamische Mikrofone sind aufgrund ihrer vergleichsweise einfachen Konstruktion mechanisch robust und können hohe Schalldrücke ohne große Verzerrungen verarbeiten. Deshalb wird man sie insbesondere auf der Bühne antreffen.

Das dynamische Mikrofon eignet sich deshalb auch sehr gut für die Abnahme dicht am Instrument (BD) oder direkt an der Box. Außerdem benötigt es keine zusätzliche Versorgungsspannung.

Mit einem dynamische Mikrofon kann man allerdings auch hervorragene Ergebnisse im Studio erzielen.

Unterschiede

Die einzelnen Produkte werden nach folgenden Kenndaten je nach Anwendungsbereich unterschieden:

  1. Grenzschalldruck

Bei Mikrofonen gibt man nicht den Klirrfaktor an, sondern den Schalldruck, der zu einem bestimmten Klirrfaktor führt. Mit der Angabe des Grenzschalldruck kann man beschreiben, ab welchem Schalldruck bei einem Mikrofon mit einer bestimmten Verzerrung zu rechnen ist. Für die Praxis im Studio und auf der Bühne ist die Angabe des Grenzschalldruck eine durchaus wichtig Information. Wird ein Mikrofon z.B. direkt vor einer Box gestellt, können Werte von 130 dB schnell überschritten werden. In solchen Situationen verzerrt sogar die Mikrofonkapsel selbst. Dynamische Mikrofone sind in dieser Hinsicht robuster, weil sie eine schwerere Membran haben. Oft wird der Grenzschalldruck für diesen Typen gar nicht angegen.

  1. Frequenzgang

Mikrofone unterscheiden sich durch ihren charakteristischen Grundklang. Mit einem Diagramm kann der Hersteller genau beschreiben, mit welchem Pegel die jeweilige Frequenz übertragen wird. Der Frequenzgang eines Mikrofons muß aber, anders als bei einem Studiomonitor oder einer Endstufe nicht unbedingt linear verlaufen. Meistens wird im Studio eine lineare d.h. neutrale Übertragung aller Frequenzen gefordert. Die Arbeit auf der Bühne folgt jedoch anderen Gesetzmäßigkeiten. So könnte die menschliche Stimme z.B. noch besser klingen, wenn ein bestimmter Frequenzbereich stärker angehoben oder abgesenkt würde als ein anderer. Bezüglich des Übertragungsverhalten im oberen und unteren Frequenzbereich ist das Kondensatormikrofon dem dynamischen Mikrofon weit überlegen. Der Frequenzgang eines Mikrofons ist außerdem von mindesten 2 externen Faktoren abhängig. Er hängt bei den meisten Mikrofonen von der Richtung (s.u.) und von der Entfernung ab. Richtmikrofone besitzen z.B. einen sog. Nahbesprechungseffekt, der sich in einer Bassanhebung bei geringen Entfernungen zwischen Mikrofon und Schallsignal äüßert. Das universale Mikrofon existiert noch nicht. Der Anwender sollte genau wissen, für welchen Zweck das Mikrofons häufiger eingesetzt werden soll. Vor dem Kauf, sollte man das Objekt deshalb unbedingt auf ´Herz und Nieren´ testen.

  1. Richtcharakteristik

Die Richtung aus der der Schall eintrifft, ist eine weitere wichtige Komponente. Mikrofone mit Kugelcharakteristik nehmen den Schall aus allen Richtungen gleichmäßig auf. Andere Mikrofone zeigen eine ausgeprägte Richtwirkung. Die empfindlichste Einfallsrichtung ist in der Regel senkrecht von vorn. Für andere Winkel ergibt sich eine geringere Empfindlichkeit, d.h. der Schall wird weniger laut aufgenommen. Durch besondere konstruktive Maßnahmen lassen sich ganz unterschiedliche Richtcharakteristiken (z.B. Niere, Superniere, Hyperniere) realisieren. Die Richtwirkung eines Mikrofons läßt sich gut mit einem sog. Polardiagramm darstellen. Dieses hat eine kreisförmige Gestalt und zeigt die Eingangsempfindlichkeit bei verschiedenen Winkeln. Die 0 Grad Achse wird meistens als 0 dB definiert. Da die Richtcharakteristik zusätzlich von der Frequenz abhängig ist, werden oft mehrere Kurven für verschiedene Frequenzen im gleichen Polardiagramm überlagert. Richtmikrofone nehmen außerdem weniger Raumschall und mehr Direktschall auf. Die Richtwirkung von Mikrofonen läßt sich insbesonders auf der Bühne sinnvoll nutzen. Um Rückkopplungen zu vermeiden, sollte man die Richtmikrofone so plazieren, daß P.A. und Monitorlautsprecher an den Punkten der geringsten Empfindlichkeit stehen. Mikrofone mit umschaltbarer Richtcharakteristik sind mit zwei Mikrofonkapseln ausgestattet. Sie werden auch als Doppelmembranmikrofone bezeichnet.

  1. Impulsverhalten

Das Impulsverhalten kennzeichnet seine Fähigkeit auch sehr steile Flanken (z.B. Snare, Toms, auch Stimme) einer Schwingung exakt übertragen zu können. Das Impulsverhalten eines Mikrofons kann jedoch nicht objektiv bestimmt werden. Deshalb fehlen häufig auch in den Datenblättern entsprechende Angaben. Dennoch ist das Impulsverhalten ein entscheidender Faktor für die gute Aufnahmequalität. Das Impulsverhalten wird vor allem von der Masse der Mikrofonmembran bestimmt. Weil die Membranmasse eines Kondensatormikrofons erheblich geringer ist als die eines dynamischen Mikrofons, können Impulse mit einem Kondensatormikrofon besser übertragen werden

  1. Nennimpedanz

Man unterscheidet zwischen nieder- und hochohmigen Mikrofonen. Letzere haben im prof. Bereich praktisch keine Bedeutung, weil sie nur mit sehr kurzen Anschlußkabeln betrieben werden können. Die meisten niederohmigen Mikrofone haben eine Impedanz vom ca. 200 Ohm. Diese Impedanz ist in der Regel frequenzabhängig. Wichtig ist, daß die Eingangsimpedanz des nachfolgenden Mikrofoneingangs mindestens 3 bis 5 mal höher als die Impedanz des Mikrofons liegt. In der Praxis spielt die Impedanz bei Mikrofonen mit den heutigen Mischpulten so gut wie keine Rolle und hat keinen Einfluss auf den Klang. Die heutigen Pulte sind so gebaut, dass sie mit allen möglichen Impedanzen zurecht kommen. Höhere Widerstände werden ganz einfach mit dem Gain-Regler ausgeglichen.

Die bekanntesten Hersteller

Der bekannteste Hersteller von Dynamischen Mikrofonen ist zweifellos Shure, die sich mit ihrem legendären SM-58 einen ganz hervorragenden Ruf schon über viele Jahre hin erarbeitet haben. Doch auch Sennheiser, Beyerdynamik, AKG, Audiotechnika, Behringer u.v.a. sind zu ernsthaften Konkurrenten herangewachsen. Nicht unerwähnt sollen an dieser Stelle auch unsere eigenen Mikrofone unter dem Label t.bone bleiben, die besonders durch ihr hervorragendes Preis-/Leistungs-Verhältnis bestechen.

Übrigens: Wir haben wir alle relevanten Produkte in übersichtlichen Vergleichstabellen für Dynamische Gesangsmikrofone bis 200,00 DM und für Dynamische Gesangsmikrofone bis 500,00 DM zusammengestellt, so dass Sie sich einen schnellen und dennoch detaillierten Überblick über die Features der einzelnen Geräte verschaffen können.

Die derzeit angesagtesten Geräte haben wir für Sie auf einer speziellen Seite gesammelt, wobei Sie sich ruhig ein bißchen Zeit nehmen sollten, das optimale Produkt für sich zu finden. Sollten Sie sich nicht sicher sein, welches Gerät für Ihre Anforderungen optimal ist, helfen Ihnen die Spezialisten bei Thomann gerne weiter.

Auf alle Geräte in dieser Kategorie gewähren wir mindestens 14 Tage Money Back Garantie - auf Produkte aus unseren Hot Deals gewähren wir sogar 30 Tage Money Back Garantie. Sie können also auch gerne einen Artikel Ihrer Wahl bestellen und unverbindlich ausprobieren. Wenn Ihnen das Gerät nicht zusagt, können Sie es innerhalb der o.g. Zeit an uns zurücksenden und in ein anderes Produkt umtauschen bzw. den Kaufpreis zurück überweisen lassen.

Glossar der Fachbegriffe

Druckempfänger
Bei einem Druckempfänger ist nur eine Seite der Mikrofonmembran dem Schallfeld ausgesetzt. Die Rückseite der Kapsel ist luftdicht abgeschlossen.

Druckgradientenempfänger
Die Membran eines Druckgradienetenempfängers ist mit beiden Seiten dem Schallfeld ausgesetzt.

Geräuschspannungsabstand
Mikrofone rauschen. Der Geräuschspannungsabstand eines Mikrofons ist das Verhältnis zwischen der Spannung, die das Mikrofon ohne Einwirkung von Schall erzeugt, und der Spannung, die das Mikrofon bei einem Schalldruck von 1 Pascal und einer Frequenz von 1kHz abgibt. Der Geräuschspannungsabstand gibt an, um wieviele dBs das Eigenrauschen niedriger liegt als die Spannung, die es bei einem Schalldruck von 1 Pascal abgibt.

Nahbesprechungseffekt
Wenn der Abstand des Mikrofons zur Schallquelle nur rund 1m oder weniger beträgt, werden Tiefenanteile am Mikrofonausgang angehoben. Durch die Annäherung an eine Schallquelle nimmt der Schalldruck proportional mit dem Abstand zu. Der Nahbesprechungseffekt tritt bei allen Druckgradientenmikrofonen auf. Zur Kompensation des Nahbesprechungseffekts sind Druckgradientenempfänger oft mit einem zuschaltbaren Filter ausgestattet. Andererseits kann der Nahbesprechungseffekt natürlich genutzt werden, um z.B. der Stimme mehr Volumen zu verleihen.

Phantomspeisung
Spannungsversorgung für Kondensatormikrofone. Dynamische Mikrofone benötigen keine Phantomspeisung.

Übertragungsfaktor/Übertragungsmaß
Diese beiden Begriffe sollen die Empfindlichkeit (sensitivity) eines Mikrofons beschreiben, d.h. den Zusammenhang zwischen Schalldruck an der Mikrofon-Membran und der daraus resultierenden Ausgangsspannung des Mikrofons. Je größer der Übertragungsfaktor ist, desto geringer muß die Verstärkung des Mikrofon-Verstärker am Mischpult eingestellt werden. Die Ausgangsspannung von dynamischen Mikrofonen ist in der Regel niedriger als die von Kondensatormikrofonen. Natürlich ist die Empfindlichkeit eines Mikrofons frequenzabhängig. Meistens wird ein Nennwert bei 1000 Hz in mV/Pascal angegeben.

Fazit

Dynamische Mikrofone sind für den rauen Bühnenalltag wie geschaffen. Besondere Stärken sind Vocals aber auch die Schallabnahme vor einer Gitarrenbox.

Weiterer Vorteil: Dynamische Mikrofone benötigen keine Phantomspeisung und sind somit auch problemlos an älteren Mixern zu betreiben.